Unser Verhältnis zu Mode

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In den letzten Jahren hat sich unser Verhältnis zu Mode stark gewandelt. Denkt man wirklich mal intensiv darüber nach, wie wir denken und wie sich solch ein Denken auf andere Menschen auswirken kann, wird einem wirklich übel. Ich habe nun einen Entschluss für mich gefasst. Vorweg möchte ich nur anmerken, dass jeder frei handeln kann wie er mag. Nur manchmal sollte man einfach etwas nachdenken und sich überlegen, ob man gewisse Dinge wirklich mit sich vereinbaren kann.
hamburg streetstyle
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Oft unbewusst aber nicht gesund - unser Konsumverhalten.

Unser Konsumverhalten hat sich ganz schön gewandelt und das liegt daran, dass es uns wirklich verdammt gut geht.

Wir haben ein Überangebot an Lebensmitteln und vor allem auch an Kleidung. Wir können mittlerweile alles online

einkaufen und, sofern es keine Lebensmittel sind, bedenkenlos zurückschicken sollte es doch nicht gefallen.

Heutzutage kostet es ja auch nichts.

Zwar geht so ein Service zu Lasten der Paketzusteller, aber auch das blenden wir gerne gepflegt aus.

Jede Woche finden wir in den Modegeschäften neue Kleidung. Gab es früher saisonweise Kollektionen,

so gibt es nun wöchentlich, wenn nicht sogar täglich neue Ware in den Geschäften. Dies hat zur Folge,

dass wir viel öfter große Kleiderständer mit dem süßen Wort "SALE" finden.

Auch wenn unser Kleiderschrank aus allen Nähten platzt und wir wirklich nichts brauchen gucken wir doch mal,

ob da nicht doch ein tolles Schnäppchen auf dem verlockenden Sale-Ständer zu finden ist.

Mal ganz ehrlich... wer hat sich denn nicht schon mal gedacht,
 

"hmmm... so ganz überzeugt bin ich nicht, aber es könnte mir gefallen, oder es sieht bei dem und dem ja auch gut und kostet auch nur noch die Hälfte... ach komm nehm ich mit für -50%!!"
 

Genau dieser Ansatz ist schon mal von Grund auf falsch. Gefällt es Dir wirklich, dann musst Du gar nicht überlegen.

Beim Zweifel also lassen. Ist besser für den Geldbeutel und den Kleiderschrank.

Da häufig ein Schnäppchenpreis lockt wird das Teil dann doch mitgenommen. Irgendwie kann man es sich schön reden.

Irgendwann merkt man, dass es ungenutzt im Kleiderschrank hängt und eigentlich nur Platz wegnimmt.

 

 

 

Warum schadet dies dem eigenen Stil?

Ja, so ein Verhalten ist auch kontraproduktiv für die Entwicklung eines eigenen Stils, der wirklich Du bist.

Es gibt ständig neue Trends. An anderen gefallen uns manche Styles so gut, dass wir sie auch probieren wollen.

Ist ja auch alles erschwinglich. Es wird von großen Designer abgekupfert und hängt in billiger Qualität zu

einem erschwinglichen Preis im Laden.

Bevor wir mit einem Trend mitlaufen sollten wir uns auch immer überlegen, ob es wirklich zu uns passt.

Bin das ich? Wenn Du das Gefühl hast, dass ein Teil an Dir nicht authentisch aussieht lass es lieber.

Eine kleine Hilfestellung zum Entdecken des eigenen Stils findest Du hier

Es ist aber noch viel schlimmer.

Wir bekommen günstig und schnell Mode so viel wir wollen ohne viel dafür ausgeben zu müssen.

Das Überangebot ist da, weil wir es gerne annehmen. Es wird oft mehr produziert,

um den Preis niedrig zu halten und die Kapazitäten auszulasten.

Es ist sogar so krass, dass H&M neue Kleidung (Überangebot) verbrennen soll.  
 

Das Schlimmste an diesem Teufelskreis ist, dass es zu Lasten von Mensch und Umwelt geht.

Wenn man es ganz krass ausdrücken mag kann man sagen, dass wir mit einen unbewussten und nicht nachhaltigen Konsumverhalten über Leichen gehen. Mir war zwar bewusst, dass es immer mal Zwischenfälle gab von Produktionsstätten in Entwicklungsländern, die Kleidung für bekannte Modelabels oder Modehäuser herstellen.

Doch so wirklich habe ich nie über Alternativen nachgedacht.

"Man kann ja nicht wissen was hinter produziert in Bangladesh, Pakistan usw. steht..."

Ja, das ist korrekt, aber wir können davon ausgehen, dass es sehr wahrscheinlich unter ausbeuterischen Bedingungen genäht wurde oder vielleicht auch nur die Herstellung des Materials zu Lasten von Menschenwürde und Umwelt geht. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle ob Du für ein T-Shirt 4,95 EUR zahlst oder 29,95 EUR. Der einzige Unterschied ist die Marge für das Unternehmen. (Beispiel Hugo Boss).

Die Näherin aus z.B. Bangladesh bekommt dennoch nur 15 Cent davon.  

 .   

Warum ich keine "Fast Fashion" mehr kaufe.

Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit diesem Thema beschäftigt und mir auch mal den Spiegel vorgehalten. Es fing an damit, dass mich mein viel zu prall gefüllter Kleiderschrank wahnsinnig machte. Weniger ist mehr lautete meine Devise. Schon mal nicht schlecht. Dann habe ich mich gefragt, warum man eigentlich das Bedürfnis hatte immer im Trend zu sein. Es ist wie oben schon erwähnt, ein Teufelskreis. Wir bekommen es, wir fordern es aber auch. Nun habe ich nur noch Sachen im Schrank, die ich auch wirklich trage, weil sie zu mir und meinem Stil passen.

Für neue Kleidung habe ich mir eins fest vorgenommen:

Lieber weniger und dafür hochwertiger und vor allem fair produziert. Mittlerweile ist fair und nachhaltig produzierte Kleidung erschwinglich. Das Angebot ist groß und sieht auch nicht mehr nach "Öko" aus. Ich werde Dich auf jeden Fall künftig auf dem Laufenden halten.  

Wie ist Deine Meinung?

Findest Du es vielleicht übertrieben oder genau richtig? 

Kaufst Du vielleicht schon nachhaltige Mode?